Ein Mitarbeiter des Hygienezentrums in Dortmund übergibt Hygieneartikel an einen Besucher.

Hygienezentrum für Wohnungslose

Dortmunder Organisationen sorgen dafür, dass Obdachlose wieder Dusch-Möglichkeiten haben

Durch die Corona-bedingte Schließung vieler Einrichtungen wurden wohnungslose Menschen von einem Tag auf den anderen von kostenlosen Duschen, anderen sanitären Anlagen, Waschmaschinen und Kleiderkammern abgeschnitten. Das macht die Körperpflege für sie fast unmöglich. In der Dortmunder Innenstadt gibt es nun ein Hygienezentrum, in dem obdachlose Menschen an drei Tagen die Woche duschen, sich mit frischer Kleidung und mit Hygieneartikeln versorgen können. Möglich gemacht wird es von der Stadt Dortmund und mehreren sozialen Organisationen, darunter der Paritätische Dortmund und die Vereine Gast-Haus statt Bank und bodo, beides Mitgliedsorganisationen im Paritätischen NRW.

An drei Tagen die Woche geöffnet

Im temporären Hygienezentrum in der Leuthardtstraße 1 bis 7 können an jedem Montag, Mittwoch und Freitag zwischen 12 und 16 Uhr bis zu 40 Personen empfangen werden. Die Betriebsverantwortung trägt der Paritätische Dortmund, die Koordination übernimmt das Gast-Haus. Mit an Bord sind außerdem haupt- und ehrenamtlich Mitarbeitende von bodo, vom Dortmunder Wärmebus, von der Diakonie Dortmund und vom DRK Dortmund. Die Stadt Dortmund stellt das Gebäude, zahlt die Verbrauchskosten und 60 Prozent der Reinigungs- und Security-Kosten, außerdem eine Pauschale für ausgegebene Hygieneartikel und Kleidungsstücke. Alle weiteren Kosten tragen die beteiligten Organisationen und Verbände.

Neuer wichtiger Baustein der Notversorgung

Das Hygienezentrum ist ein wichtiger Baustein der existenziellen Notversorgung von wohnungslosen Menschen in Dortmund, für das sich die Organisationen massiv eingesetzt haben. Sie bemühen sich schon von Beginn der Corona-Krise an, wohnungslose Menschen trotz der enormen Einschränkungen bestmöglich zu unterstützen, zum Beispiel durch die Fortführung einer medizinischen Versorgung, angepasste aufsuchende Angebote oder die Ausgabe von Lunchpaketen unter Mithilfe von Dortmunder Gastronomiebetrieben. Das Straßenmagazin bodo ist erstmals seit 25 Jahren nicht auf der Straße erhältlich, dafür aber digital zum Download oder als Print-Ausgabe, die per Post nach Hause geliefert wird (Bestellung zum Solidaritäts-Preis von fünf Euro über die bodo-Website).


Bild: ©Sebastian Sellhorst/bodo e. V.